Bericht Jürg Schäfer Symposium Sur En 2014

20. Internationales Bildhauer-Symposium 2014

vom 15. bis 21. Juni 2014 in Sur En (Sent)

Dieses Jahr trafen sich im Unterengadin 20 Künstlerinnen und Künstler aus sechs verschiedenen Ländern: Deutschland, Italien, Niederlande, Österreich, Russland und der Schweiz. Sie bearbeiteten während einer Woche Kunstwerke aus Laaser Marmor, Lärchenholz oder Metall, die sie dann am Freitag, den 20. Juni 2014, um 19 Uhr auf dem Campinglatz ausstellten. Die Beteiligten verständigten sich in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch und fanden schnell zu einer Künstler-Familie, die vor allem auch das schöne Wetter zu geniessen wusste.

Anlässlich der Jubiläumsverdächtigen 20. Veranstaltung wurde ein Wettbewerb für Gäste und alle Interessierten durchgeführt, um den Skulpturenweg im Wald bekannter zu machen. Neu wurde auch an jedem Arbeitsplatz der Künstlerinnen und Künstler eine (gelbe) Orientierungstafel aufgestellt, wo die wichtigsten Informationen zu Urheber(in), Werk und fortlaufende Entwicklung der Arbeit am Werk vor Ort nachzulesen waren - eine von allen Beteiligten geschätzte Ergänzung. Die damit verbundene Arbeit leistete Bianca Fahrni in Kooperation mit ihrer halben Verwandtschaft, was sich als äusserst erfolgreich herausgestellt hatte:


Den Bildhauerinnen und Bildhauern wurden wie jedes Jahr Marmor, Holz sowie Arbeitsplatz inklusive Anschlussmöglichkeiten für die Arbeitsgeräte gratis zur Verfügung gestellt. Auch die Tagesverpflegung war inbegriffen, worum sich zwei Küchen kümmerten:

Restaurant "Sper la Punt" sowie    Landgasthof "Val d Uina"
 


An dieser Stelle sei auch den übrigen Sponsoren der Symposiums-Woche herzlich für ihren wertvollen Beitrag gedankt:
 

Banca Raiffeisen Engiadina Val Müstair
Beer Consulting Stäfa
Bosshardt Handels AG Sur En
Camping Sur EnCottinelli Weine Malans
E. Fritz und Yvonne Hoffmann Stiftung St. Gallen Fundaziun
G. Bazzi-Mengiardi Scuol Gemeinde Scuol
Gemeinde Sent JJ Grange Fully iims Chur
Mader Transporte Sent
Swisslos Kulturförderung Kanton Graubünden
Toshiba Tec Switzerland AG Chur


Damit auch weitere Personen die immer berühmter werdende Kunstveranstaltung (vgl. die Teilnehmenden!) unterstützen können, ist bereits am 1.12.2010 ein Verein gegründet worden:
 

www.art-engiadina.com


Hier ein Blick in die Generalversammlung, die jeweils im Anschluss an die Symposiums-Woche erfolgt:
 


 

Das diesjährige Thema des Symposiums lautete: "Licht und Schatten". Was die 20 (bzw. 21) Künstler und Künstlerinnen mit ihren 19 (bzw. 20) Kunstwerken daraus gemacht haben, soll nun präsentiert werden (in alphabetischer Reihenfolge der Namen):

Jean Badel aus Guarda (Schweiz) beschäftigt sich mit dem Schicksal der Boots- flüchtlinge: "boatpeople"

 

Jürgen Batscheider aus Memmingen (Deutschland) baute ein "Wellenschiff":




Andrea Birgel aus Bad Ischl (Österreich) verfertigte ein "Pendel mit materialisiertem Schatten":
 



Daniel Cotti aus Ramosch und Peter von Burg aus Einsiedeln (Schweiz) liessen sich von Konfuzius sowie der Idee des "Yin & Yang" (Holz und Stein, Schwarz und Weiss) inspirieren:

 
 

[Der Pneulader-Fahrer ist übrigens der Sämi, unser Transport-Chef (dass er auch noch gut kochen kann, wird sich am Schlussabend zeigen):]



Vania Cusini aus Livigno (Italien) schuf gewichtige Bücher aus Holz, um "MILIONI DI PAROLE in chiaro e scuro" (Millionen von Wörtern in hell und dunkel) zu präsentieren:



Christiane Dubois aus Les Bois (Schweiz) bearbeitete drei Büsten mit heller und dunkler Seite - daraus entstanden: "Les Philosophes":



Stefan Esterbauer aus Hochburg-Ach (Österreich) kreierte mit einem durchbrochenen Würfel "Das Spiel von Licht und Schatten":



Aufbauend auf dem Archetyp von Geometrie und Perspektive hat Valentino Giampaoli aus Colledara (Italien) die "HYPOTHESIS 3" realisiert:



Barbara Haas Di Giorgi aus Pforzheim (Deutschland) nennt ihr Werk: "Barbarella II"



Martin Hunke aus Merdingen (Deutschland) fertigte in der Serie der "Holoniden" aus kleinen Metallstäbchen eine Metallkugel von einem Durchmesser von 2,16 m. Am Abschlussabend wird die Rostfarbe noch weitere Farbstiche erhalten.

 

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In der Wochenmitte lud der Präsident der Art Engiadina, Urs Beer aus Stäfa, zusammen mit seiner Gattin Lisbeth zum bereits traditionellen Präsidenten-Apéro in seinen Feriengarten. Unnötig zu erwähnen, dass das Wetter mitmachte:


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"Surveillance, der Blinde und der Sehende" heisst die Holzskulptur von Luise Matthes aus Kassel (Deutschland), wobei ein Blinder einen Sehenden mit einem Feldstecher trägt (damit letzterer ein möglichst grosses Sehfeld erhält).



"Kind im (schützenden) Schatten (seiner Mutter)": Josephine Mönnich aus Potsdam (Deutschland) hat dazu nicht nur eine Holzskulptur geschaffen, sondern gleich auch den kleinen Kasimir in Echtzeit mitgebracht:



Was René Philippe aus Lenzburg (Schweiz) geschaffen hat, braucht eigentlich keinen Kommentar ("Lichtharfe"):



Inspiriert durch ein Bild von HC Escher und in aktiver Zusammenarbeit mit dem Holzstamm entstand der "Entenflug" von Roland Rüegg aus Wattwil (Schweiz):



Der 15jährige Sandro aus Planail (Nähe Mals, Italien) kam zu Beginn seiner Schulferien nur für drei Tage als Gast nach Sur En und wollte mal an einem Lärchenstamm üben. Ein Besucherpaar war so begeistert von seinem Teufelskopf (der gar nicht schlecht zum Symposiums-Thema passt), dass sie sein Werk gleich kauften.



Martijn Smits aus Tienhoven (Niederlande) nennt sein Werk "Inhibitions HEMMUNGEN", die überall anzutreffen sind und offenbar ihn auch dran gehindert haben, seine Idee ganz zu Ende zu führen:

 

Uwe Tillmann schliff aus Mendiger Basaltlava eine "SPIRALE", die er auf Marmor platzierte:



Gleb Tkachenko aus Pensa (Russland) machte aus seinem Marmorblock einen "Stone of Happiness" (Die Form und Gestalt dieses Steines enthält das Geheimnis des Glücks - wer es gefunden hat, soll es ihm übermitteln!):



Dass das Forstamt der Gemeinde uns auch tatkräftig unterstützte, zeigte sich an der Errichtung des Holzsockels für den "Glücksstein": In wenigen Minuten hatte ein Forstlehrling den Lärchenstamm zu recht gesägt:



Was Rudolph Tschudin aus Sissach (Schweiz) bewerkstelligt hat, verlangt mehr Arbeit, als man glauben möchte: Ein Drahtbaum, dessen Konturen das Licht reflektieren - "Ein Baum, der steht im Walde":



Die Holzskulpturen von Kerstin Vicent aus Berlin (Deutschland) zeigen in ihren Beziehungen zu Nähe und Distanz Sonnen- wie auch Schatten-Seiten: "Zwischen Licht und Schatten":



Wer noch etwas freie Zeit hatte, konnte am Donnerstag-Abend einer Besichtigung der Baustelle in NAIRS beiwohnen: Nairs Futur. Das Zentrum für Gegenwartskunst im alten Bäderhaus unterhalb Scuol am Inn steht im Umbau und bietet im gegenwärtigen Stadium gerade für Künstlerinnen und Künstler hochinteressante Einblicke in ein Projekt, das für die Region bedeutende Akzente setzen dürfte:



Der Schlussabend setzte mit einer Musikkapelle und einem schmackhaften Essen auch für die Dorfbevölkerung einen willkommenen Akzent zum baldigen Beginn der Sommer-Saison im Unterengadin.
 



Unterdessen füllte Martin seinen Holonid mit Holz für den Höhepunkt des Abends, nämlich für das anschliessende Sonnenwend-Feuer (am 21. Juni 2014, 22:15 Uhr):



Schliesslich sei noch diejenige Person erwähnt, ohne die alles nichts wäre: Wolfgang Bosshardt, der für den reibungslosen Ablauf des ganzen Geschehens verantwortlich zeichnet. Eine Frage? Nicht verzagen, Wolfgang fragen:

Tel.: +41 79 611 11 47
E-Mail: wb@suren.ch

 



Das 21. Bildhauer-Symposium in Sur En (Sent) findet statt:

vom Sonntag, den14. Juni 2015, bis Samstag, den 20. Juni 2015

Auf Wiedersehn!


Text und Fotos:: Jürg Schäfer, Sur En da Sent

 

Bericht von Jürg Schäfer als PDF